Erfolgreiche Konzepte zu kopieren, mag jenen entgegenkommen, die mit Geistlosigkeit glänzen wollen. Selten, obwohl es durchaus bessere Kopien gibt, als die Originale es sind, zeugt dies von Qualität. Sicher aber ergeben Kopien niemals dort die Identität, wie sie am Originalschauplatz sich ergibt. Besonders die Tourismuswirtschaft bemüht sich durchaus erfolgreich ein Einfaltsniveau zu erreichen, indem sie den Gästen nur das bietet, was die Gäste überall haben können, außer der Landschaft. Vielfach wollen die Orte, und diese können fast nicht mehr so klein sein, Festspiele haben. Am Beispiel Bregenz sei hier einmal angeführt, daß Bregenz nun einmal die Chance durch den Bodensee wahrgenommen hat und daher Festspiele einen völlig anderen Stellenwert hat, als woanders.
 
Doch es geht nicht um Festspiele, sondern darum, was aus einer aktiven Gestaltung auch für den Tourismus gemacht werden kann. Während die historischen Gärten und Parks mühevoll erhalten werden, wäre es durchaus sinnvoll, wenn neben der Erhaltung solcher Anlagen, Neue geschaffen werden würden. Zudem könnten so auch etliche Arbeitsplätze geschaffen werden, statt einfach nur die Menschen dafür zu bezahlen, daß sie nicht vermittelt werden können. Es ist sehr wohl machbar, daß auch dazu neue Arbeitsmodelle eingeführt werden, damit sich die Menschen ihre Arbeitszeit und Arbeitsform aussuchen können. Festhalten an den Vorstellungen, wie Arbeit zu sein hat oder wie schnell was gemacht werden muß, können wir heute vergeßen.
 
Die Gestaltung, vor allem die Errichtung von Gärten und Parks ist nicht nur Gestaltung, sondern schafft Beschäftigung. So sollten zumindest jene Kommunen, die entsprechende Grundstücke haben, daran denken, in anderen Städten wird verzweifelt nach Naherholungsgebieten gesucht und diese geschützt und erhalten. Aber grundsätzlich können alle Gemeinden sich von kleinen bis großen Anlagen zulegen. Die Planung und die Vorstellung, wie was sein kann, macht es aus. Doch solange hier nur an Einnahmen, an dem sinnlosen Festhalten von Gesetzen und Vorschriften Interesse besteht, werden solche Gedanken niemals auf fruchtbaren Boden fallen.
 
Aber das ist nur ein Teil dessen, was machbar ist. Ein anderer Teil ist, was aus und mit der Bevölkerung gestaltet wird. Hier sind genauso Möglichkeiten offen, wie bei den Gärten und Parks. Natürlich sind in einer überschaubaren Stadt, wie Feldkirch zum Beispiel, vielleicht mehr Möglichkeiten vorhanden, als in einer Großstadt, wie unsere Hauptstädte. Das bezieht sich nicht auf die unüberschaubaren Gelegenheiten, die mit Sicherheit in den Großstädten weit mehr sind, sondern vor allem auf die inhaltlichen und gesellschaftlichen Möglichkeiten. Feldkirch wäre prädestiniert dazu einen Stadtclub zu ermöglichen. Denn, wenn die Stadt schon stolz darauf ist, daß es 360 oder mehr Vereine hat, dann wäre eigentlich die logische Folge davon, daß Räumlichkeiten gesucht und zur Verfügung gestellt werden, daß sich ein Stadtclub etablieren kann.
 
Das heißt aber auch, daß nicht nach Vorgaben die Gestaltung erfolgt, sondern von denjenigen gemacht wird, die dafür sorgen, daß der Stadtclub für die Vereine attraktiv ist. Zudem würde dazu gehören, daß eine Stadtmannschaft auch für die Stadt zur Verfügung steht, die zumindest optisch zu einem Anziehungspunkt würde. Besonders bei öffentlichen Anläßen könnte so die Stadt einen repräsentativen Eindruck machen.
 
Da die geographische und topographische Lage Feldkirch auch in die Lage versetzen könnte, mit entsprechenden Aktionen von sich Reden zu machen, halte ich es durchaus für überlegenswert, wenn der Gedanke, alle Wege führen nach Feldkirch, soweit als möglich in die eigenen Gedanken aufgenommen werden würde. Mit kaum einer anderen Aktion könnte Feldkirch auf sich aufmerksam machen.
 
Und so ließe sich eine Liste zusammenstellen, was gemacht werden kann. Aber mein Glück ist, daß ich nie in die Lage kommen werde, daß ich dies erklären muß.   
 
 
Hier sind die Feldkirchgedanken, welche Anfang Juli an alle Gemeinden des Bezirks FEldkirch versandt wurden zum Download für die Interessenten.
 
Feldkirchgedanken.pdf