Es wäre eigentlich unser Aller Pflicht und Verantwortung, daß wir unsere Soldaten den entsprechenden Respekt gegenüber aufbringen. Besonders dann, wenn unsere Soldaten aus Einsätzen zurückkommen und mit Erlebnissen und Ereignissen zurecht kommen müßen, von denen die Friedensbewegten sich keine Vorstellung machen können. Das heißt jedoch keineswegs, daß die Friedensbewegten deswegen schlechter oder besser sind, sie gehen nur einen anderen Weg. Denn Soldaten werden geschickt, damit das gleiche Ziel erreicht werden kann. Natürlich sind die Methoden gegensätzlich, doch es gibt niemals nur einen Weg zum Ziel des Friedens.
 
Aber das ist hier nicht das Thema, es geht um die Soldaten, die für uns Alle, ob diese Einsätze gerechtfertigt und sinnvoll sind, ist eine völlig andere Frage, weil die Einsätze selbst von Zivilisten angeordnet werden und die aus welchen Gründen auch immer es so veranlassen, ihr Leben riskieren. Doch wie gehen wir dann mit unseren Soldaten um, wenn sie aus den Einsätzen zurückkommen? Wie gehen wir mit psychischen und physischen Problemen um, die die Soldaten ihr Leben lang tragen müßen? Um was tun wir, daß die Soldaten nicht Selbstmord als Lösung in Betracht ziehen?
 
So denke ich an einen Bericht im Fernsehen, welcher über eine bemerkenswert höhere Selbstmordrate bei den Walshguards berichtete. Sicher konnte dieser Bericht nur an wenigen Beispielen die Probleme der Soldaten aufzeigen, mit welchen Problemen die Veteranen zu kämpfen haben. „Der Mohr ha seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen!“ Doch es kann nicht sein, daß auf der einen Seite mit einer Selbstverständlichkeit von den Soldaten erwartet wird, daß sie für ihr Land Alles geben, damit die Zivilbevölkerung sicher ist, auf der anderen Seite es anscheinend nur lästig ist, daß sie die Soldaten mit Schäden zurückkehren.
 
Aus diesem Grund denke ich, wäre es angebracht, wenn es eine Region geben würde, wo die Veteranen in einem Dorf, welches sowohl für eine psychologische Betreuung geeignet ist, wie auch für diverse Arbeiten. Handwerk, Kunstwerk und Vieles mehr sollten die Möglichkeiten vorhanden sein. Denn die Veteranen sollen für ihre Kameraden auch ihr Vorstellungen von Denkmälern umsetzen können. Aber genauso sollen sie ihre militärischen Traditionen pflegen. Doch diese Veteranengesellschaft ist nicht nur für die Soldaten eines Landes gedacht, sondern für alle Soldaten, die nach ihren Einsätzen aus dem Dienst ausgeschieden sind und an einem Trauma leiden. Denn hier sollen sie begleitet werden, so gut es geht.
 
Sicher sind die die betroffenen Menschen genauso verschieden, wie die Traumata, aber dagegen Maßnahmen zu setzen kann im Allgemeinen durchaus sehr sinnvoll sein. Denn die Beschäftigung der Betroffenen könnte dabei helfen und zugleich könnte so auch an Aktionen, Aktivitäten und Projekten gearbeitet werden. Das bedeutet, daß die Betroffenen immer noch gebraucht werden und nicht ihrem Schicksal überlassen werden sollen, nein dürfen. So sind es nicht nur die bereits bestehenden Einrichtungen, die sich um die Veteranen kümmern und darum kümmern sollen, vielmehr sind es wir Alle, aber das wiederum wird durch extremistische Ideologien verhindert. Somit bleiben nur diejenigen übrig, deren Sinn und Geist sich über die Dummheit stellt und die Veteranen als das sehen, was sie sind, Menschen, die ihren Beruf für Alle ausführen und einem weit höheren Risiko an Psyche, Mens kai Soma ausgesetzt sind.
 
Und da die Schäden am Menschen nicht von der Nationalität abhängen, sondern einzig und alleine davon, wie schwer oder leicht es den Soldaten getroffen hat, wäre dies auch ein relevanter Baustein für das zu errichtende Haus Europa, ohne deswegen die nationalen Eigenheiten und Überlieferungen aufzugeben. Denn das gemeinsame Schicksal der Soldaten, welches ihnen widerfahren ist  und auch die Traditionen, die jeder Soldat in seinem oder ihrem Land pflegt, sind sowohl der größte gemeinsame Nenner, wie auch gar nicht so gegensätzlich. Damit aber kann auch wieder Neues entstehen, aus den Gemeinsamkeiten. 
 
Auch wenn es bei den Soldaten um Leben und Tod geht, es kann niemals den Soldaten vorgeworfen werden, daß sie töten. Den Auftrag dazu gibt die Politik, wie diese damit auch die Interessen derer erfüllt, die Ziele erreichen wollen, für welche die Soldaten von sich aus niemals kämpfen würden. Aber das ist wieder eine andere Frage, die an anderer Stelle diskutiert werden muß. Doch das Angebot sollte vorhanden sein, damit diese Menschen nicht mit sich alleine gelassen sind, sondern neue Aufgaben und Möglichkeiten aufnehmen und nutzen können.
 
Nach meinen Vorstellungen könnte im Bregenzer Wald sich eine Kaserne oder ein Dorf der Veteranen bilden. Ein dazugehörendes Programm und Aktivitäten sind eine Nebensache, weil das sich so ergeben wird, wie die Interessen und Fähigkeiten der Veteranen sind. Aber damit sie sich mit Etwas intensiv beschäftigen und auch ihren Traditionen verhaftet bleiben können, braucht es einen Ort, an welchen sich die Betroffenen zurückziehen können. Natürlich kann dies nur ein Angebot sein und die Veteranen sollen freiwillig kommen und damit auch mit Kameraden anderer Länder und Militäreinheiten sich zu einem Veteranenregiment zusammenschließen. Zumindest ist dies so mein Gedanke und meine Vorstellung zu diesem Thema.
 
Wenn sich so Veteranen treffen, dann können sie auch ihr Leben soweit es geht selbst gestalten und entweder hier bleiben oder auf Zeit sich hier einzurichten. Wie es jedoch dann in der Wirklichkeit sein würde, ergibt sich erst dann, wenn sowohl das Interesse, wie auch die lokalen Gegebenheiten in Erfahrung gebracht wurden. So könnten auch die Veteranen sich selbst ihre Kasernen oder Häuser bauen, sie sollen beschäftigt sein und nicht unter Termindruck stehen. Ihre, eines jeden einzelnen Veteranen Geschichte, muß jede oder jeder verarbeiten. Und so aus angeschlagenen Menschen wieder Personen werden zu lassen, die ihre Erlebnisse und Ereignisse überwunden haben, das wäre das Ziel der Veteranengesellschaft. Und warum soll das ausgerechnet in Österreich sein? Weil Österreich historisch schon immer ein Vielvölkerstaat war und ist und damit über die nationalen Grenzen hinaus die unterschiedlichsten und gegensätzlichsten Traditionen in einem gemeinsamen Geist vereint hatte und es immer noch kann. Das beste Beispiel und das Einzige ist die k.u.k. Armee.