Die Hochwasserkatastrophe, die sich derzeit in Serbien und Bosnien abspielt, bringt mich auf einen Gedanken, welcher Alle von uns zum Nachdenken bringen sollte. Während wir über alles Mögliche diskutieren, uns kaum einig werden, haben wir Probleme vor uns, die weit über die internen Probleme gehen. Menschen verlieren ihr Hab und Gut während wir diskutieren. Nun, ich will niemanden vorwerfen, daß unsere Probleme von einer globalen Bedeutung sind, doch so Kleinigkeiten, wie die Tatsache, daß in Europa Menschen durch die Natur vor dem Nichts stehen, läßt mich so gesehen die Schamröte ins Gesicht treiben.
 
Während wir über unsere Politiker und Parteien, über die EU und unsere Regierungen immer kritischer werden, übersehen wir, daß über alle Grenzen und Einstellungen hinweg die menschlichen Probleme auf unserem Kontinent als Randerscheinung wahrgenommen werden. Hier komme ich wieder auf mein Lieblingsthema zurück, die Einheit der Vielfalt, weil wir mehr übergeordnete Interessen haben, als nur die eigenen Unterschiede, Gegensätze und Eigenheiten, die wir nicht unter ein Dach zu bringen scheinen. Doch gerade hier hätten wir durchaus auf Dauer und nachhaltig betrachtet die Chance von uns aus mehr zu machen, als nur zu diskutieren.
 
Die Natur  zeigt uns die Grenzen und es wäre schon dies Grund genug sich zu einigen, nicht in der Vereinsarbeit, sondern für die übergeordneten Interessen, wie Naturkatastrophen. Sicher, es ist mir sehr wohl bewußt, daß wir auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein würden, aber es wäre sehr wohl im Geist eines Monarchisten, wenn weiter gedacht würde, als nur innerhalb der Vereinsgrenzen. Nun, es steht mir nicht zu Vorwürfe zu machen oder Beurteilungen zu fällen, ich möchte nur anstoßen, weil hier sehr wohl über das Helfen selbst hinaus wir dann mehr machen könnten. 
 
Gut, jetzt ist die Katastrophe geschehen, jedoch die nächste Katastrophe kommt bestimmt und wir dürften nicht sehr lange darauf warten müßen. Daraus ergäben sich wieder die Chancen und Möglichkeiten, daß wir uns vorbereiten könnten. Hier darüber nun Gedanken zu machen, wie das sein könnte, ist kaum von Wichtigkeit, solange wir uns nicht eingestehen, daß wir immer Interessen über Allem haben, die zwar erst dann in unser Bewußtsein dringen, wenn die Situation eingetreten ist, die uns wieder klar macht, daß wir immer wieder Problemen gegenüberstehen, die die eigenen Probleme als nichtig erscheinen lassen.
 
Ich verweise nur darauf, daß Katastrophen uns Alle, jeden Einzelnen, treffen können. Und den Politikern heute noch zu vertrauen, dies mag jeder halten, wie er oder sie will, mir fehlt es jedenfalls, das Vertrauen. Deshalb ist es für mich weit wichtiger, welche Vorstellungen mir kommen, damit für die Zukunft eine optimale Hilfe geleistet werden kann. Denn, wenn ich außer Acht lasse, daß in Österreich für das Bundesheer kein Geld mehr vorhanden ist, dann stellen sich in diesem Zusammenhang doch einige berechtigte Frage, deren Antworten den Verantwortlichen peinlich sein würden.
 
Und wieder einmal füllt mir in dieser Situation Fritz Grünbaum ein, als er in Dachau interniert war und um ein Stück Seife gebeten hatte. Als ihm dieses mit der Begründung, dafür sei kein Geld da, verweigert wurde, erzählte er dies einigen seiner Mitgefangenen und meinte nur, für Seife ist zwar kein Geld da, aber Krieg führen können sie sich leisten. Wiederholt sich nur die Geschichte oder soll die nahe Zukunft das erfüllen, was bis in die Neuzeit die Seuchen und Kriege als bevölkerungspolitischen Ausgleich erreicht haben? Die Politik ist unfähig zu erkennen, daß sie am sichersten dadurch sparen kann, wenn sie die Natur das machen läßt, was die Menschen sich selbst angerichtet haben.
 
Aber während die Politik nicht weiß, was sie wie machen soll und daher sich in Diskussionen vergräbt, erwarte ich die Eigeninitiative von uns Allen. Es hat viele Gründe, warum wir unsere Gedanken nicht immer erst dann machen sollen, wenn die Katastrophen eingetreten sind, sondern uns ständig darüber im Klaren sein müßen, Katastrophen treten immer häufiger und in immer kürzeren Abständen ein. Gut, wer es bis jetzt nicht begriffen hat, der wird es auch weiterhin nicht begreifen.
 
Betrachten wir in welcher Situation wir uns derzeit befinden, dann bekommt der Gedanke sich auf Katastrophen vorzu-bereiten eine andere Bedeutung, als die Katastrophenprophylaxe bis jetzt hatte. Wenn langfristig das Militär ausfällt, dann werden weit höhere Kosten auf die Allgemeinheit zukommen, wenn nämlich zivile Organisationen den Katastrophendienst übernehmen müßen. Aber es scheint so, als hätten wir einfach zu viel Geld, zumindest verhält sich die Politik so.
 
Solange uns aber die Politik das Geld nimmt, haben wir immer noch uns selbst. Und das kann die Politik uns nicht nehmen. Sie kann verhindern, daß wir selbst unsere Verantwortung wahrnehmen, aber die Politik vergißt oder verdrängt die Tatsache, daß wir Menschen die Politik nicht brauchen, aber die Politik brauch uns Menschen, damit sie ihre Existenz auch zweifelhaft begründen kann. Doch während wir darüber diskutieren macht die Natur trotzdem weiter, wie die Natur es will. Und wir hängen von der Natur ab und nicht von den Wirtschaftsinteressen. Wir leben von der Natur und nicht von der Industrie. Deshalb ist der Katastrophenschutz richtig gemacht weniger im Ernstfall, sondern schon lange vorher aufzunehmen, weil sich hier menschliche Gestaltung mit Umweltschutz trifft und ein gemeinsames übergeordnetes Interesse bildet.
 
Während aus ideologischen Gründen das Bundesheer zerstört wird, weil weder notwendige Änderungen derart massiv und intensiv erfolgen, wie es nötig wäre, noch der Wille vorhanden ist, den Volksentscheid zur Kenntnis zu nehmen, daß wir unser Bundesheer haben wollen, werden wir Kosten zu tragen haben, die nicht sein müßen, aber aus ideologischen Gründen nun einmal entstehen werden. Nein, nicht das Bundesheer wird teurer oder gar unfinanzierbar, wir können uns unsere Politiker nicht mehr leisten, wenn wir eine Zukunft haben wollen.
 
Daher ist es unabdingbar, daß nicht nur der Wehrdienst bleibt und verbessert wird, sondern jeder Österreicher und jede Österreicherin sollen herangezogen werden. Ob dies dan Arbeitsdienst heißt oder nationaler Sozialdienst, über die Bezeichnungen mokieren sich nur Ideologen, aber nicht der gesunde Menschenverstand, es geht um die Fähigkeit jeden geistig und körperlich geeignete Person heranzuziehen, damit der Katastrophendienst funktioniert und erhalten bleibt. Sicher braucht es immer Geld, aber wenn die Personen nicht da sind, die aktive und akute Hilfe am Ort der Katastrophe leisten, dann hilft Geld auch nur bedingt. 
 
Aber das ist nur eine Frage der Organisation. Doch die Grundsatzfrage ist und bleibt, ist der Wille und die Bereitschaft vorhanden, sowohl das Bundesheer, wie auch einen Katastrophendienst zu erhalten? Es gibt hier viele Formen, die nur koordiniert werden müßten, was auch wieder nur eine Frage der Planung ist. Als letzten Punkt sei hier noch angeführt, die Vorbereitung ist das Um und Auf. Statt immer dann Güter zu sammeln, wenn die Katastrophe eingetreten ist, wäre zum größten Teil unnötig, weil viele Güter ständig gesammelt werden könnten, wie auch selbst hergestellt und damit für Beschäftigung gesorgt werden kann. Also kann mit einem Problem auch mehrere andere Probleme gelöst oder zumindest reduziert werden.
 
Wenn da nicht die Politik wäre, die sich zwar demokratisch in Alles einmischt, aber nichts Zustande bringt, was Sinn macht, sind letztendlich wir gefragt, zudem wir auch wieder Alles zahlen dürfen. Deshalb wäre es dringend empfehlenswert, sich darüber Gedanken zu machen, wie wir Probleme lösen könnten oder nur reduzieren, statt nur als zahlende Bürger zu verharren. Das Nichtstun ist auch die Aufgabe der Rechte der Bürger und nur zu jammern und zu klagen, an Stammtischen große Worte zu verlieren und so weiter, ist es eigentlich mehr oder weniger sogar unsere Pflicht selbst aktiv zu werden. 
 
Es sind zunächst nicht die großen Sprünge, sondern die sehr vielen kleinen Schritte, die zu machen sind. Sobald die Katastrophen wieder aus dem Interesse verschwunden sind, wissen wir nicht, wie wir die Zeit bis zur nächsten Katastrophe überbrücken können. Doch wir können uns die Zeit durchaus sehr sinnvoll bis dahin ausnützen, indem wir das zusammentragen, was im Ernstfall immer gebraucht wird als Erste Hilfe. Aber nur Dinge, die wir lagern können, weil verderbliche oder mit Ablaufdatum versehene Sachen dann leichter zu beschaffen ist, als die Sachen, die für das tägliche Leben immer sofort gebraucht werden. Nur als Beispiele: Geschirr zum Kochen, Decken, und so weiter.
 
Wir hätten durchaus genügend zu tun und es wäre auch ein Grund dafür, daß sich daraus auch ein allgemeines gesellschaftliches Leben ergeben kann. Denn irgendwann müßen wir auch zusammenkommen und miteinander reden. Und so weiter. Also bitte nachdenken, entscheiden und auch selbst Gedanken und Ideen entwickeln und aufschreiben.