Im Folgendem sind nur die grundsätzlichen Vorstellungen, wie es sein könnte angeführt. Es sollte nur als Beitrag für eine Diskussion und eventuelle Inspiration dienen, damit sich daraus neue Gedanken und Ideen ergeben können. 
 
Es ist sicherlich keine neue Idee, vielleicht nur eine konkrete Vorstellung, wie es bei uns funktionieren könnte und zudem kompatibel für ganz Europa wäre. Eine einfache Form der Berechnung der Steuer. Denn dadurch würde ich auch eine sogenannte Steuerreform wesentlich einfacher umsetzen lassen, wenn statt der Suche nach Möglichkeiten, wie die Bürger ausgebeutet werden könnten, nur einen anderen Weg eingeschlagen würde. Aber das ist eine Charakterfrage und weniger eine Frage, wieviel weniger oder mehr an Steuern verloren oder eingenommen würden.
 
Etliche Länder in Europa haben bewiesen, daß es auch anders sein kann. Zudem fällt mir dazu eine Geschichte von Fritz Grünbaum ein, als er in Dachau darum bat ein Stück Seife zu bekommen, wurde ihm gesagt, dafür sei kein Geld vorhanden. Und als er dies dann seinen vertrauten Mitgefangenen Österreichern erzählte, meinte er nur trocken und auf den Punkt gebracht: „Für Seife haben sie kein Geld, aber KZ’s und Krieg leisten sie sich.“ Dies kann inhaltlich auf Österreich eins zu eins übernommen werden.
 
Dr. Paul Kirchhof, schlechthin der Denker, was Steuerfragen betrifft, hat schon einmal ein System vorgestellt, welches naturgemäß der eigenen Partei nicht in den Kram paßte und somit ihn aus der Politik entfernt hatte. Und dennoch hat er Recht. Aber es geht hier nicht nur um dessen Vorstellungen, sondern um eine Ergänzung, die nur das Ziel hat, daß auf die einfachste Art und Weise sowohl den Lohnempfängern, wie auch der auszahlenden Seite eine klare Übersicht der Kosten vermittelt.
 
Daß der Staat verzichten muß, ist nun einmal ohne Zweifel die Grundvoraussetzung, auch wenn es unsere derzeitigen Politiker nicht einsehen wollen und werden. Aber wenn  Probleme gelöst werden sollen, dann wird sich wohl die Politik entscheiden müßen, was absehbar sicher nicht der Fall sein wird. Trotzdem soll dieser Vorschlag zumindest zum Nachdenken anregen, auch dann, wenn es keine Reaktion darauf geben wird. Doch wer weiß schon im voraus, was sein wird, besonders, wenn Nichts vorhanden ist, über das entschieden werden könnte. 
 
So stelle man sich nur vor, jedes Einkommen bis 1000,-€ würde absolut von Steuern befreit sein und nur 80,-€ an Sozialbeitrag abgeführt werden muß. Warum? Weil die Sozialabgaben ein individueller Beitrag ist, der den Menschen zu Gute kommt. Im Gegensatz dazu sind Steuern für die Allgemeinheit, von der zwar jeder Einzelne einen Nutzen haben kann, jedoch nicht haben muß. Als Beispiel sei folgendes Bild angeführt. Wer kein Auto hat, der braucht auch keine asphaltierten oder betonierten Straßen, denn zu Fuß kann der Mensch auch querfeldein gehen. Wer aber ein Auto hat, braucht eine Straße zum Fahren. Also hat eine Straße nur für einen Autobesitzer einen Sinn, aber Fußgänger haben ebenso einen Nutzen, obwohl sie keine Straßen brauchen.
 
So wäre es mit dem Einkommen bis 1000,-€ zu verstehen. Wer 1000,-€ bekommt, bezahlt 80,-€ an Sozialabgaben. Somit bleiben immer noch genügend Netto erhalten. Wenn jemand über 1000,-€ Einkommen erhält, kann dann auf folgende Art sein Netto ausrechnen, wie auch das Brutto, welches bezahlt werden muß. Nehmen wir eine Berechnungssumme von 1300,-€ her. Wie soll nun die Rechnung aufgestellt werden?
 
Von dem Betrag 1300,-€ werden 1000,-€ abgezogen, weil diese Betrag von der Steuer befreit ist. Von den 300,-€ werden 80,-€ an Sozialabgaben abgezogen. Dann bleiben 220,-€ übrig. Daher erhält der Empfänger 1220,-€ Netto. Der Aufwand aber ist, daß auf die 300,-€ 20% Steuern dazugezählt werden müßen, also hier 60,-€. Somit ist der Gesamtaufwand 1360,-€
 
Bei dem Betrag von 1400,-€ als Berechnungsbetrag würde die Rechnung so aussehen. 1400,-€ minus 1000,-€, dann bleiben 400,-€ übrig. Bei 400,-€ sind 20% Sozialabgaben 80,-€. Diese werden abgezogen von den 400,-€ und Netto bleiben dann 320,-€ plus 1000,-€ sind 1320,-€. Die Bruttosumme jedoch setzt sich dann so zusammen. 400,-€ plus 80,-€ sind 480,-€ plus 1000,-€ sind 1480,-€. 
 
Von dem Grenzbetrag 1400,-€ setzen sich sowohl Sozialabgaben, wie Steuern mit je 20%, also es sind die 20% Sozialabgaben abzuziehen als Individualabgabe und diese Summe zu dem Berechnungsbetrag hinzuzurechnen. Daher ist ersichtlich, wie teuer ein Arbeitnehmer kommt und wieviel dem Arbeitnehmer Netto bleibt. Natürlich ist hier ein bewußt einkalkulierter Haken eingebaut. Denn es sind alle Zulagen dafür zu streichen. So ist es weit sinnvoller einen größeren Grundbetrag zu bezahlen, als schwachsinnige und unnötige Kleinkrämerei zu treiben.
 
Dieses System wäre kompatibel für alle Länder und somit nicht nur für uns, sondern auch für ganz Europa. Doch es ist nur ein Teil des Ganzen. Denn die Sozialabgaben wären in ein eigenes neues Sozialsystem zu überweisen. In die Sozialbank. Das ist keine Bank der Finanzwelt, sondern ein System, welches zu einem einheitlichen System in Europa führen soll. Denn die grenzüberschreitenden Formulare und Anträge würden damit wegfallen, weil mit einer Kontonummer für jeden Bürger in Europa diesem die Möglichkeit gegeben wird, sich ohne Aufwand an jedem Ort in Europa niederzulassen und zu arbeiten. Wie in den USA mit der Führerschein zugleich auch als Personalausweis dient, so sollte dies auf die Kontokarte der Sozialbank zutreffen. Zudem kann auch jeder Bürger in Europa nachsehen, was sie oder er eingezahlt hat oder eingezahlt wurde. Selbstverständlich ist das kein Konto, bei welchem Geld abgehoben werden kann, sondern dafür, daß jeder krankenversichert, wie auch unfallversichert ist und auch für die Pension und gegen Arbeitslosigkeit.
 
So bleibt jedoch jedem Land die Gestaltung der Höhe der Beiträge überlassen. Aber es würde sich sicherlich darin einpendeln, daß es zu allgemeinen Sätzen kommen würde. Ebenso können hier immense Kosten an überflüßigem Personal eingespart werden, weil sich mit diesem Konto klare Linien abzeichnen. Das Sozialsystem ist ein Individualsystem, weil es den Menschen zu Gute kommt oder kommen muß. Da hat die Politik nichts mehr verloren.
 
Im Gegensatz bei der Einkommenssteuer, hier kommt ein weiteres Prinzip dazu, nämlich, daß diejenigen, die aus den Steuermitteln bezahlt werden, keine Steuern zu zahlen haben. Für wie dumm die Politik die Menschen hält, ist daran zu sehen, daß die Politik glaubt Gerechtigkeit bestehe darin, daß Alle das Gleiche tun müßen. Aber Gerechtigkeit ist nun einmal die Tatsache, daß zwar Allen Alles möglich und zugänglich sein müßte, jedoch nicht Alles auch für Alle ist, sondern jedem das Seine und nach Bedarf. Dies mag ungerecht wirken, jedoch ist es so. Denn, wenn jemand aus Steuermitteln bezahlt wird, dann dafür wieder Steuern zu bezahlen, was soll das? Steuern können nur aus der Wertschöpfung, den Gewinnen gezogen werden und nicht aus Steuern selbst.
 
So sind auch Vermögenssteuern das Gleiche, wie Schutzgelderpreßung der organisierten Kriminalität. Denn Vermögen, vorausgesetzt es wurde langfristig ehrlich erwirtschaftet und erworben, ist das Ergebnis für Leistung. Da jedoch Leistung schon besteuert wird, ist es Zuhälterei, wenn sich der Staat daran vergreift. In den Monarchien werden besondere Leistungen durchaus mit Titeln honoriert und somit gesellschaftlich hervorgehoben. Also ein Anreiz geschaffen Leistung zu erbringen. Aber es mag sein, daß dies einmal gewesen ist, doch wer weiß schon, ob nicht bald wieder so gedacht wird. Doch es ist weit zielführender und sinnvoller, sich den Ansichten von Dr. Paul Kirchhof anzuschließen und seine Gedanken zu übernehmen. Hier geht es nur um eine Ergänzung. Denn es soll sich wirklich jeder Einzelne mit den Steuern auf sein Einkommen auskennen können und nachvollziehen.
 
Was es sonst an Steuern noch geben soll und darf, dazu ist nun einmal Dr. Paul Kirchhof das Maß. Hier sind aber nur mögliche Systemänderungen im Mittelpunkt und weniger zunächst die Masse an Steuern. Sicher wird es in absehbarer Zeit dazu kommen müßen, daß der Augiasstall der Steuersystem in ganz Europa durch- und ausgemistet werden muß. Ob dies nun den Wichtigtuern in Brüssel gefällt oder nicht, es ist so. Doch dazu sind die Vorstellungen von Systemen gefragt, weil es die begleitenden Maßnahmen sind, die den Nutzen bringen.
 
In Folge des bisherigen an Gedanken dazu, ist daher zu bedenken, daß auch das gesamte Steuerwesen in seiner Struktur derart abgeändert werden muß und der Politik aus den Händen genommen, damit es zur optimalen Anwendung der Steuern kommen kann und nicht als Monopolyspielgeld von der Bildfläche verschwindet. So wird das Steuerwesen in einer Pyramide aufgebaut werden müßen. Das heißt, von unten nach oben und nicht umgekehrt, denn unten wird das Geld verdient, welches oben verschwendet wird. Also wird auch das Finanzamt nicht mehr das sein, was es bisher ist, sondern wie die Sozialbank zu einem Dienstleistungsbetrieb für Bürger und Gemeinden umgewandelt. Dort, wo die Steuern erwirtschaftet werden, wird auch die Verteilung der Steuern beschloßen und kontrolliert und nicht in den Regierungen.
 
Nach einem festzulegenden Schlüßel werden die Steuern nach oben verteilt. Die Masse der Steuern verbleiben unten und nach oben werden prozentual die Steuern immer weniger, weil oben schließlich durch die Menge der Einheit unten immer noch genügend Steuern ankommen. Nur die Mindestsätze werden als Grundleistungen nach oben weitergegeben. Wird jedoch unten mehr erwirtschaftet, so ist es das uneingeschränkte Recht der Gemeinden zu beschließen, wer was wann und wieviel erhalten wird. Damit kann jeder Bürger erkennen, wohin von einem Euro wieviel geht.
 
Damit sind aber auch Gestaltungen erst möglich, die ein effizientes Arbeiten, sowie eine kontrollierbare Verwendung der Steuern ermöglichen. Denn, wenn auf der einen Seite ständig von Europa gesprochen wird, dann muß sich dies auch in den entsprechenden Einrichtungen niederschlagen. Daher sind Regionalparlamente einzurichten, die über die Grenzen hinaus ihre eigenen Gesetze beschließen können. Vor allem betrifft dies die Bereiche Verkehr und Umwelt, weil nur vor Ort hier sinnvolle Arbeit geleistet werden kann und die entsprechenden Mittel auch so verwendet werden, daß es Sinn ergibt. Jeder Zentralismus ist eine Bankrott Erklärung der Demokratie.
 
Wer, wenn nicht die Menschen vor Ort wissen, was sie brauchen? Und sinnfreie Diskussionen über Lösungen vor Ort, schaffen nur weitere Probleme, aber sicher keine Lösungen. Wenn über Straßenbauten im Durchschnitt zwanzig Jahre gestritten wird und darum gebettelt werden muß, daß für dieses oder jenes Projekt so und so viel Geld gebraucht wird, wie sollen so die Probleme gelöst werden? Zudem trifft zu, was in der Region A richtig und gut ist, trifft in der Region B als falsch und schlecht zu. Demokratie ist nicht Alles über einen Leisten zu schlagen, sondern regional und lokal zu lösen. Es bleibt noch immer genügend für einen Zentralismus übrig. Wie Führerscheine, Päße und Ähnliches. Aber das Leben ereignet sich lokal und regional.
 
Somit kann und wird auch der Subventionssumpf trocken gelegt, weil die Menschen keine Subventionen brauchen. Ohne Subventionen, wenn den Menschen  das Geld nicht vom Staat gestohlen wird, könnten weit besser leben, als derzeit. Das Bauernsterben mag ideologischem Denken entgegenkommen und den Interessen einer Industrie, die schon gar nichts mit Fortschritt zu tun hat, sondern nur die Probleme schafft, die es nicht gäbe, wenn diese Industrie zerstört würde. Die Bauern können die Menschen ernähren, aber statt diesen Subventionen aufzuzwingen, wäre es logisch, sie nicht zu besteuern und dafür den Preis für ihre Produkte zu zahlen, die dem Wert entsprechen.
 
Das würde auch bedingen, daß es neue Formen für Kleinst-, Klein- und Mittelbetriebe zur Finanzierung geben wird müßen. So könnte die Landesbörse, welche nichts mit Aktienhandel gemein hat, als eine Form für eine aktive Wirtschaftsförderung vor Ort und in der Region dienen. Dienstleistung und finanzielle Unterstützung zur Erhaltung von Betrieben stünden hier im Mittelpunkt. Zumindest gedanklich würde es funktionieren.
 
Eine allgemeine Grundvoraussetzung jedoch ist, daß wir die Probleme nicht nach den oberflächlichen Kriterien und nach dem geringen Vorstellungsvermögen der Entscheidungsträger betrachten, sondern die Ursachen suchen und diese als Lösungsansätze heranziehen. Kosmetische Korrekturen mögen im Augenblick vielleicht helfen, jedoch haben diese Lösungen keine Nachhaltigkeit.